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Tilgungsaussetzung – Ratenpause beim Kredit

Tilgungsaussetzung Ratenpause beim Kredit

Die monatliche Rate wird zu hoch? Eine temporäre Ratenpause könnte eine Alternative zur Umschuldung sein – aber versteckte Kosten gibt es.

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Ratenpause nicht mit Erlass verwechseln

Eine Tilgungsaussetzung verschiebt Rückzahlung – sie beseitigt die Kosten nicht

Während einer Pause können Zinsen weiterlaufen, die Laufzeit wachsen oder eine höhere spätere Belastung entstehen. Lassen Sie die Bank jede Folge schriftlich berechnen.

Kurz gesagt

Eine Ratenpause ist kein kostenloses Aussetzen des Vertrags. Unterschreiben Sie die Nachtragsvereinbarung erst, wenn die neue Belastung tragbar ist.

Diese drei Punkte zuerst prüfen

Vereinbarung statt Nichtzahlung

Beantragen Sie eine Ratenpause vor dem Fälligkeitstag und warten Sie die Zustimmung ab. Eine eigenmächtige Zahlungsaussetzung kann Verzug und weitere Kosten auslösen.

Folgekosten beziffern

Fragen Sie nach weiterlaufenden Zinsen, neuer Laufzeit, späterer Rate und möglichen Gebühren. Vergleichen Sie die Gesamtkosten vor und nach der Pause.

Ursache dauerhaft lösen

Wenn das Budget dauerhaft nicht reicht, braucht es eine Haushalts- oder Schuldnerberatung. Eine Pause hilft nur bei einem zeitlich begrenzten Engpass.

Die sichere Prüfreihenfolge

1 · Unterlagen sammeln

Vertrag, Kontoauszug, Ablöseauskunft, Einkommensnachweise und mögliche Sicherheiten gehören in eine gemeinsame Akte.

2 · Stichtag festlegen

Ein Ablösebetrag ist nur für den genannten Termin belastbar. Ändern sich Datum oder Zahlung, fragen Sie neu nach.

3 · Gesamtkosten vergleichen

Stellen Sie verbleibende Altkosten, neue Gesamtkosten und sämtliche Nebenkosten transparent gegenüber.

4 · Vertrag und Zahlungsweg prüfen

Achten Sie auf Laufzeit, Rate, Sondertilgung, Versicherungen, Empfänger und Auszahlungsvoraussetzungen.

5 · Abschluss nachweisen

Kontrollieren Sie Schlussbestätigung, Gutschrift, ersten neuen Einzug und die Beendigung alter Sicherheiten.

Fachliche Einordnung

Was bei diesem Thema in der Praxis den Unterschied macht

Eine Tilgungsaussetzung verschiebt den Tilgungsplan und beendet die Zinsbelastung nicht automatisch. Lassen Sie sich die neue Rate, Laufzeit und Gesamtkosten schriftlich zeigen. Bei einem dauerhaften Engpass ist eine Haushalts- oder Schuldnerberatung meist sinnvoller als wiederholte Zahlungsaufschübe.

Vom Vertrag zur belastbaren Zahl

Der Ausgangspunkt ist immer der bestehende Vertrag. Notieren Sie Kreditart, Vertragsnummer, Auszahlung, Sollzins, Rate, Laufzeitende und alle vereinbarten Sonderrechte. Ein aktueller Kontoauszug hilft bei der Orientierung, zeigt aber nicht zwingend den Betrag, der für eine vollständige Ablösung an einem bestimmten Tag benötigt wird.

Bei einem allgemeinen Verbraucherdarlehen sind vorzeitige Rückzahlung und mögliche Kosten anders einzuordnen als bei einem Immobiliendarlehen mit gebundenem Sollzins. Die gesetzlichen Ausgangspunkte finden Sie in § 500 BGB und § 502 BGB. Ob diese Regeln greifen, hängt von der konkreten Vertragsart und den Voraussetzungen ab. Eine Formel oder eine allgemeine Prozentangabe ersetzt diese Einordnung nicht.

Der Stichtag entscheidet über die Rechnung

Fordern Sie die Ablöseauskunft für einen klar benannten Termin an. In der Antwort sollten Gültigkeit, Restschuld, aufgelaufene Zinsen, mögliche Entschädigung, Gutschriften und die Bankverbindung voneinander zu unterscheiden sein. Verschiebt sich die Zahlung, kann sich auch der Zahlbetrag ändern. Fragen Sie dann neu nach, statt den alten Betrag einfach fortzuschreiben.

Für den Wirtschaftlichkeitsvergleich stellen Sie die verbleibenden Zahlungen des alten Vertrags dem Gesamtbetrag des neuen Angebots gegenüber. Dabei gehören Ablösekosten, verpflichtende Zusatzprodukte und bekannte Nebenkosten in dieselbe Betrachtung. Die Verbraucherzentrale erklärt die Rechte bei vorzeitiger Rückzahlung und die Reduzierung laufzeitabhängiger Kosten in ihrem Überblick zu Kreditverträgen. Ein Rechner kann die Größen ordnen; verbindlich bleibt die schriftliche Abrechnung des Kreditgebers.

Vor der Unterschrift: Zahlungsweg und Folgen klären

Prüfen Sie bei einem neuen Kredit zuerst, welcher Betrag tatsächlich ausgezahlt wird und ob der bisherige Kreditgeber direkt bezahlt werden soll. Stimmen Empfänger, Verwendungszweck, Zahlungsfrist und Vollmacht mit der Ablöseauskunft überein? Gibt es einen Überschuss oder eine Unterdeckung, muss das vor der Auszahlung schriftlich geklärt werden. So vermeiden Sie, dass der alte Vertrag weiterläuft oder ein Teilbetrag auf dem eigenen Konto liegen bleibt.

Bewerten Sie außerdem die Folgen der neuen Laufzeit. Eine niedrigere Monatsrate kann kurzfristig entlasten, aber bei einer längeren Rückzahlung mehr Zinsen verursachen. Achten Sie auf Sondertilgung, Tilgungssatzwechsel, vorzeitige Rückzahlung, Versicherungen und variable Kosten. Eine erste Modellrechnung können Sie mit dem Umschuldungsrechner vorbereiten; für die finale Entscheidung zählen die Werte aus dem echten Angebot.

Wenn die Rechnung nicht aufgeht

Ein rechnerischer Vorteil ist kein Grund, einen untragbaren Zahlungsplan zu unterschreiben. Prüfen Sie, ob nach Miete, Lebenshaltung, Versicherungen, Unterhalt und Rücklagen dauerhaft genug Spielraum für die neue Rate bleibt. Bei Immobilien gehören zusätzlich Restschuld, Zinsbindung und die Behandlung der Grundschuld in die Planung. Bei besonderen Lebenslagen oder mehreren Gläubigern ist eine unabhängige Schuldner- oder Fachberatung oft der bessere nächste Schritt.

Passt kein Angebot, kann das Ergebnis trotzdem nützlich sein: Sie wissen dann, welche Zahl fehlt oder welches Risiko zu groß ist. Aktualisieren Sie die Unterlagen, korrigieren Sie mögliche Datenfehler und sprechen Sie mit dem bisherigen Kreditgeber über die konkrete Ursache. Wiederholte Anträge ohne geklärte Ausgangslage schaffen selten eine bessere Lösung.

Vier Fragen für den Abschluss-Check

Prüfpunkt Was feststehen sollte
Kreditart Welche Regeln, Sicherheiten und Sonderrechte gelten?
Stichtag Für welchen Tag gilt der bestätigte Ablösebetrag?
Gesamtkosten Wie unterscheiden sich Altvertrag und neues Angebot bis zum gleichen Endpunkt?
Nachweis Liegt die Schlussbestätigung vor und ist die neue Rate korrekt eingerichtet?

Rechtsgrundlagen und verlässliche Einordnung

Für den Einzelfall zählt der Vertrag. Die folgenden Stellen helfen dabei, die verwendeten Begriffe und gesetzlichen Grenzen nachzulesen:

⏸️

Was ist Tilgungsaussetzung?

Temporäre Pause oder Reduzierung der Monatsrate – Sie zahlen weniger oder gar nicht für einen definierten Zeitraum.

📋

Kein gesetzliches Recht

Die Bank muss nicht zustimmen – es ist eine Kulanzmaßnahme, keine Pflicht.

⚠️

Zinsen laufen weiter

Der Kredit wird insgesamt teurer – das ist die versteckte Gebühr bei Ratenpausen.

Was bedeutet Tilgungsaussetzung?

Tilgungsaussetzung ist eine Vereinbarung zwischen Ihnen und Ihrer Bank, wonach Sie für einen definierten Zeitraum (z.B. 6 Monate) die Tilgung Ihres Kredits aussetzen – komplett oder teilweise.

Beispiel: Sie haben einen Kredit mit monatlich 500 € Rate. Bei einer Tilgungsaussetzung zahlen Sie 6 Monate lang nur die Zinsen (z.B. 100 €) und keine Tilgung. Nach 6 Monaten zahlen Sie wieder normal.

Unterschied zwischen Tilgungsaussetzung, Ratenpause und Ratenstundung

Die Begriffe werden oft durcheinander geworfen – aber es gibt Unterschiede:

  • Tilgungsaussetzung: Sie zahlen nur Zinsen, keine Tilgung. Der Kreditbetrag sinkt nicht.
  • Ratenpause / Ratenstundung: Sie zahlen gar nichts – weder Zinsen noch Tilgung. Die Raten werden in die Zukunft verschoben.
  • Ratenkappung: Sie zahlen eine reduzierte Rate (z.B. statt 500 € nur 250 €).

Im alltäglichen Sprachgebrauch werden diese Begriffe oft synonym verwendet, aber die Folgen für Ihr Portemonnaie sind unterschiedlich.

Wann macht eine Tilgungsaussetzung Sinn?

Tilgungsaussetzung ist eine gute Option, wenn:

  • Temporäre Geldnot: Elternzeit, Jobwechsel, Krankheit – nur wenige Monate.
  • Absehbares Ende: Sie wissen, dass sich die Situation bald bessert (neuer Job, Erbschaft, Bonus).
  • Wenig Zeit nötig: 3–6 Monate reichen, nicht Jahre.
  • Kein Umschuldungs-Angebot: Die eigene Bank ist trotzdem günstiger als Refinanzierung.

Tilgungsaussetzung ist KEINE gute Option, wenn:

  • Sie chronisch überfordert sind mit der Rate – dann ist Umschuldung besser
  • Die Bank deutlich teurer ist als am Markt – vergleichen lohnt sich
  • Sie bereits in Zahlungsrückstand sind – ein Gespräch mit der Bank ist wichtiger

So beantragen Sie eine Ratenpause bei Ihrer Bank

Schritt 1: Fragen stellen

  • Kontaktieren Sie Ihre Kundenbetreuung direkt (Filiale oder Online-Banking)
  • Erklären Sie kurz, warum Sie eine Pause brauchen (Elternzeit, Jobwechsel, etc.)

Schritt 2: Dokumentation

  • Legen Sie Nachweise vor (Elternzeitbescheinigung, Arbeitsvertrag, ärztliches Attest – je nach Grund)
  • Bank prüft, ob die Aussetzung \"vertretbar\" ist

Schritt 3: Schriftliche Vereinbarung

  • Die Bank bietet die Aussetzung an – sie akzeptieren und erhalten eine Bestätigung
  • Die Vereinbarung sollte festhalten: Dauer, Zahlungsmodalität, Zinsberechnung

Wichtig: Die Bank muss nicht zustimmen! Sie bieten dies aus Kulanz an. Bei schlechter Bonität oder bereits bestehenden Zahlungsrückständen wird die Antwort meist \"Nein\" sein.

Was kostet eine Tilgungsaussetzung wirklich?

Oberflächlich kostenfrei – aber versteckte Kosten entstehen:

Beispiel: 6 Monate Tilgungsaussetzung

  • Kredit: 10.000 € mit 8 % p.a. Zinsen
  • Normalerweise: 500 € monatlich (Zins + Tilgung)
  • Mit Aussetzung: 6 Monate nur ca. 67 € Zinsen (Zinsanteil)
  • Der Kreditbetrag bleibt 10.000 € → nach der Aussetzung dauert es länger, bis es abbezahlt ist
  • Folge: Sie zahlen insgesamt etwa 200–300 € mehr an Zinsen über die gesamte Laufzeit

Tilgungsfreiheit bei der Baufinanzierung

Bei Immobilienkrediten gibt es oft vertraglich vereinbarte Tilgungsfreiheiten – z.B. für Elternzeit oder Renovationen. Das ist günstiger, als nachträglich zu verhandeln.

Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel zu Baufinanzierung und Tilgungsoptionen.

Tilgungsaussetzung vs. Umschuldung – Was ist besser?

Tilgungsaussetzung:

  • ✅ Schnell organisiert (1–2 Wochen)
  • ✅ Keine neuen Kreditanträge
  • ❌ Versteckte Kosten (längere Laufzeit, mehr Zinsen)
  • ❌ Nur für kurze Zeit

Umschuldung:

  • ✅ Dauerhaft günstigere Konditionen (wenn gutes Angebot)
  • ✅ Neue, bessere Bedingungen vom Start
  • ❌ Neuer Kreditantrag (SCHUFA-Abfrage)
  • ❌ Dauert länger (2–4 Wochen)

Fazit: Für temporäre Geldnot (3–6 Monate) lohnt sich Tilgungsaussetzung. Für dauerhafte Probleme mit der Rate ist Umschuldung besser.

Kommunizieren Sie proaktiv

Sprechen Sie mit Ihrer Bank, BEVOR Sie Zahlungen ausfallen lassen. Eine proaktive Anfrage zur Tilgungsaussetzung wird positiver bewertet als erst anzurufen, wenn Sie bereits im Rückstand sind.

Umschuldungsalternativen vergleichen

Falls Tilgungsaussetzung nicht ausreicht – schauen Sie sich gutes Umschuldungsangebote an:

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Häufige Fragen

Ratenpause und Tilgungsaussetzung

Ob eine Pause sinnvoll ist, hängt von Vertrag, Dauer, Folgekosten und der Entwicklung Ihres Budgets ab.

Habe ich ein Recht auf eine Ratenpause?

Nein. Die Bank ist nicht verpflichtet, einer Tilgungsaussetzung zuzustimmen. Sie können fragen und verhandeln, aber es ist ein Kulanzangebot. Manchmal gewähren Banken das bei Liquiditätsproblemen (Jobwechsel, Elternzeit), aber nicht bei Zahlungsschwierigkeiten.

Wie oft kann ich eine Tilgungsaussetzung beantragen?

Das hängt vom Kreditvertrag ab. Manchmal ist eine Pause im Vertrag vorgesehen (z.B. Elternzeit-Option), manchmal nicht. Mehrfache Aussetzungen sind selten und bedürfen jedes Mal einer Neuvereinbarung. Fragen Sie Ihre Bank.

Was passiert mit meiner SCHUFA bei einer Ratenpause?

Eine vereinbarte und eingehaltene Ratenpause führt nicht automatisch zu einem negativen Zahlungseintrag. Anders kann es bei Rückständen, Mahnungen oder einer nicht bestätigten Zahlungsaussetzung aussehen. Lassen Sie die Vereinbarung und den neuen Zahlungsplan vor Beginn schriftlich bestätigen.

Verlängert sich durch die Aussetzung die Kreditlaufzeit?

Das ist häufig der Fall, aber nicht zwingend. Je nach Vereinbarung werden die ausgesetzten Beträge später nachgeholt, die Schlussrate verändert oder die Laufzeit angepasst. Lassen Sie sich vorab einen neuen Zahlungsplan geben und prüfen Sie die zusätzlichen Zinsen.

Kann ich nach der Aussetzung Sondertilgungen leisten?

Das hängt von Ihrem Vertrag und der Zustimmung der Bank ab. Eine Sondertilgung ist nicht bei jedem Darlehen jederzeit kostenfrei möglich. Prüfen Sie die entsprechende Klausel und lassen Sie sich bestätigen, wie eine zusätzliche Zahlung auf Restschuld, Laufzeit und Zinsen wirkt.