Der Ablauf auf einen Blick
Je nach Bank kann eine Umschuldung vollständig digital, teilweise digital oder per Post erfolgen. Der fachliche Ablauf bleibt gleich: Altvertrag erfassen, Kosten auf denselben Stichtag beziehen, neuen Vertrag prüfen und erst danach die Ablösung auslösen.
Bestand
Verträge und Restschulden
Ablösung
Stichtag und Kosten
Vergleich
Gleiche Rechengrundlage
Antrag
Unterlagen und Angebot
Wechsel
Auszahlung koordinieren
Kontrolle
Altvertrag abgeschlossen
1. Alle bestehenden Kredite erfassen
Notieren Sie für jeden Vertrag Kreditgeber, Vertragsnummer, Restschuld, Monatsrate, Sollzins, effektiven Jahreszins, vereinbartes Laufzeitende und Sondertilgungsrechte. Bei Dispo und Kreditkarte zählt der aktuelle Saldo, nicht der eingeräumte Kreditrahmen.
Entscheiden Sie außerdem, ob Sie nur einzelne Kredite ersetzen oder mehrere Verbindlichkeiten zusammenfassen möchten. Ein zusätzlicher Auszahlungsbetrag ist kein Bestandteil der Umschuldung und muss im Kostenvergleich getrennt ausgewiesen werden.
2. Ablösebetrag für einen festen Stichtag anfordern
Der Kontostand oder die Restschuld im Tilgungsplan ist nicht immer der tatsächliche Überweisungsbetrag. Fordern Sie deshalb eine Ablösebescheinigung an. Sie sollte den Zahlbetrag, den Stichtag, mögliche Tageszinsen, eine Vorfälligkeitsentschädigung und die Bankverbindung für die Ablösung enthalten.
Ablösebetrag schriftlich anfordern
Mit Vertragsnummer, Wunschstichtag und Bitte um vollständige Kostenaufstellung.
3. Alt und Neu auf derselben Basis vergleichen
Vergleichen Sie die verbleibenden Gesamtkosten des Altvertrags mit dem Gesamtbetrag des neuen Kredits einschließlich Ablösekosten. Nutzen Sie denselben Stichtag und eine möglichst gleiche Restlaufzeit. Eine niedrigere Rate kann allein durch eine längere Laufzeit entstehen und ist noch keine Ersparnis.
- effektiver Jahreszins und Gesamtbetrag,
- Vorfälligkeitsentschädigung und sonstige Ablösekosten,
- Monatsrate und Laufzeit,
- Sondertilgungen und vorzeitige Rückzahlung,
- ob eine Restschuldversicherung oder ein anderes Zusatzprodukt eingerechnet ist.
4. Antrag und Vertragsangebot vollständig prüfen
Welche Nachweise erforderlich sind, bestimmt der Anbieter. Häufig werden Ausweis, Einkommensnachweise, Kontoangaben und Daten zu den abzulösenden Krediten verlangt. Ein digitaler Kontozugriff oder eine elektronische Unterschrift kann angeboten werden, ist aber nicht bei jedem Kreditgeber Voraussetzung.
Prüfen Sie vor der Unterschrift Darlehensbetrag, Nettobetrag, Gesamtbetrag, effektiven Jahreszins, Laufzeit, Rate, Auszahlungsweg und optionale Zusatzprodukte. Stimmen die Daten nicht mit dem Vergleich überein, rechnen Sie neu.
5. Ablösung ohne Finanzierungslücke koordinieren
Erst wenn der neue Kreditvertrag wirksam ist und sämtliche Auszahlungsvoraussetzungen erfüllt sind, sollte der Altvertrag abgelöst werden. Bei einem Ablöseservice kann der neue Kreditgeber direkt an die bisherige Bank zahlen. Ohne diesen Service überweisen Sie nach den Angaben der Ablösebescheinigung selbst.
Nicht mit einer unverbindlichen Anzeige kündigen
Ein angezeigter Beispielzins oder eine vorläufige Kondition ist noch keine gesicherte Finanzierung. Maßgeblich sind das konkrete Vertragsangebot und die erfüllten Auszahlungsvoraussetzungen.
6. Schlussabrechnung und erste Rate kontrollieren
Prüfen Sie, ob der alte Kredit vollständig ausgeglichen wurde und ob noch eine Rate, Gutschrift oder Rückerstattung offen ist. Bewahren Sie Ablösebescheinigung, Zahlungsnachweis und Schlussbestätigung auf. Kontrollieren Sie anschließend beim neuen Kredit den ersten Einzug, die vereinbarte Rate und das Laufzeitende.
Unterlagen-Checkliste
Dieser Ablauf trennt unverbindlichen Vergleich, verbindliches Vertragsangebot und tatsächliche Ablösung. So bleiben Kosten, Zuständigkeiten und Zahlungstermine bis zur Schlussbestätigung nachvollziehbar. Mehr über unsere Redaktion lesen.
Zuletzt inhaltlich geprüft am: 4. August 2026