Zeitplan vom Zinsbindungsende bis zur Ablösung des Immobilienkredits
Anschlussfinanzierung vorbereiten

Kredit zum
Zinsbindungsende ablösen

Das Ende der Sollzinsbindung ist ein eigener gesetzlicher Kündigungszeitpunkt. Entscheidend sind die Einmonatsfrist, ein abgestimmter Ablösestichtag und ein vollständiger Kostenvergleich.

§ 489 BGB: zwei Kündigungswege unterscheiden

Ende der Sollzinsbindung

Ein Monat Kündigungsfrist

Wenn die Bindung vor dem Rückzahlungsende ausläuft und kein neuer Sollzins vereinbart wurde, kann frühestens zum Ende der Bindung gekündigt werden.

Zehnjahresregel

Sechs Monate Kündigungsfrist

Zehn Jahre nach vollständigem Empfang ist eine Kündigung in jedem Fall möglich. Eine spätere Zins- oder Rückzahlungsvereinbarung kann den Beginn verschieben.

Diese Wege dürfen nicht vermischt werden. Das Zinsbindungsende richtet sich nach dem Vertrag; die Zehnjahresfrist beginnt grundsätzlich mit dem vollständigen Empfang des Darlehens. Prüfen Sie deshalb Vertragsdatum, Vollauszahlung und spätere Vereinbarungen.

Was die Bank vor dem Ende mitteilen muss

Nach § 493 Absatz 1 BGB muss der Kreditgeber spätestens drei Monate vor dem Ende der Sollzinsbindung mitteilen, ob er zu einer neuen Sollzinsvereinbarung bereit ist. Ist er dazu bereit, muss die Mitteilung den zu diesem Zeitpunkt angebotenen Sollzins nennen. Dieses Angebot ist eine Vergleichsgrundlage, keine automatische Vertragsannahme.

Prüfen Sie den Vertrag zusätzlich darauf, wie das Darlehen ohne neue Vereinbarung fortgeführt wird. Verlassen Sie sich nicht auf die Annahme, dass der Kredit automatisch in eine neue feste Bindung wechselt oder ohne weitere Abstimmung endet.

Drei Optionen für die Restschuld

  1. Prolongation: neuen Sollzins mit dem bisherigen Kreditgeber vereinbaren.
  2. Anbieterwechsel: Restschuld durch eine neue Anschlussfinanzierung ablösen.
  3. Rückzahlung: Restschuld aus verfügbaren eigenen Mitteln vollständig zahlen.

Vergleichen Sie Prolongation und Wechsel bei gleicher Restschuld, Tilgung, Sollzinsbindung und Flexibilität. Bei einer Rückzahlung aus Eigenmitteln gehören Liquiditätsreserve und entgangene sichere Nachsteuerrendite ebenfalls in die Entscheidung.

Zeitplan bis zur Ablösung

1

Vertrag

Ende, Vollauszahlung und Restschuld prüfen

2

Angebote

Prolongation und Wechsel vergleichbar machen

3

Kündigung

Einmonatsfrist und Zieltermin einhalten

4

Ablösung

Auszahlung, Grundschuld und Bestätigung koordinieren

Ablösebetrag und Auszahlung abstimmen

Fordern Sie für den vorgesehenen Termin eine Ablöseauskunft an. Sie benötigen Restschuld, taggenaue Zinsen, Zahlungsweg und Gültigkeitsdatum. § 489 Absatz 3 BGB ist besonders wichtig: Wird der geschuldete Betrag nicht innerhalb von zwei Wochen nach Wirksamwerden der Kündigung zurückgezahlt, gilt die Kündigung als nicht erfolgt.

Bei einem Anbieterwechsel müssen alter Kreditgeber, neue Bank und gegebenenfalls das Notariat denselben Termin verwenden. Kündigen Sie nicht auf Basis einer unverbindlichen Konditionsanzeige, sondern erst mit gesicherter Anschlussfinanzierung und erfüllten Auszahlungsvoraussetzungen.

Grundschuld beim Anbieterwechsel

Die Grundschuld wird durch die Rückzahlung nicht automatisch gelöscht. Bei einer Anschlussfinanzierung kann sie unter den Voraussetzungen der Beteiligten an die neue Bank abgetreten werden. Alternativ kommen Löschung und Neubestellung infrage. Pauschale Kostenangaben sind nicht belastbar; lassen Sie sich Gestaltung und Kosten vorab bestätigen.

Rechtsgrundlagen

Foto von Tom Trögler

Fachbeitrag von Tom Trögler

Redaktionell geprüft LinkedIn

Der Beitrag trennt das Kündigungsrecht zum Ende der Sollzinsbindung von der Zehnjahresregel. Für die Umsetzung müssen Vertragsdaten, Ablösestichtag, Anschlussfinanzierung und Grundschuld zusammenpassen. Mehr über unsere Redaktion lesen.

Zuletzt inhaltlich geprüft am: 4. August 2026

Häufige Fragen zum Zinsbindungsende

Was passiert, wenn die Sollzinsbindung endet?

Endet die Sollzinsbindung vor dem vereinbarten Rückzahlungszeitpunkt, muss der Kreditgeber Sie nach § 493 BGB spätestens drei Monate vorher darüber informieren, ob er zu einer neuen Sollzinsvereinbarung bereit ist. Ein Angebot wird nicht ohne Ihre Zustimmung automatisch zu einer neuen festen Zinsbindung. Prüfen Sie Vertrag und Mitteilung der Bank, welche Regelung ohne neue Vereinbarung greift.

Kann ich zum Ende der Sollzinsbindung ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündigen?

Wenn die Sollzinsbindung vor dem vereinbarten Rückzahlungsende ausläuft und keine neue Sollzinsvereinbarung getroffen wurde, erlaubt § 489 Absatz 1 Nummer 1 BGB die Kündigung mit einer Frist von einem Monat frühestens zum Ende der Sollzinsbindung. Stimmen Sie Ablösestichtag und Auszahlung der Anschlussfinanzierung genau ab.

Ist die Zehnjahresregel dasselbe wie das Zinsbindungsende?

Nein. § 489 Absatz 1 Nummer 2 BGB erlaubt in jedem Fall eine Kündigung zehn Jahre nach dem vollständigen Empfang des Darlehens mit einer Frist von sechs Monaten. Eine spätere Vereinbarung über Rückzahlungszeit oder Sollzins kann den maßgeblichen Beginn verschieben.

Muss die Grundschuld nach der Ablösung gelöscht werden?

Nein. Sie verschwindet nach Rückzahlung nicht automatisch und muss nicht zwingend sofort gelöscht werden. Bei einem Bankwechsel kann eine Abtretung möglich sein. Ohne neue Finanzierung können Sie mit Bank und Notariat klären, ob eine Löschung sinnvoll ist. Kosten hängen von Geschäftswert und Gestaltung ab.